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Innovationsideen dringend gesucht? Diese Methode gibt dem Innovations­management neue Impulse.

Dietmar Gamm

Anwenderprobleme sind die wichtigste Quelle für Innovationsideen

Erfolgreiche Innovationen lösen ein Kundenproblem besser, als die bis dahin vorhandenen Produkte. Um problemorientiert attraktive Innovationsideen zu finden, gibt es zwei Wege. 

1. Innovationsstrategie: Bessere Lösungen für bekannte Probleme entwickeln

Diese Innovationen lösen bekannte Probleme auf eine neue Weise. Die der Innovationsidee folgende Lösung kann zum Beispiel

  • sicherer oder ergonomischer sein,
  • weniger Energie benötigen oder geringere Emissionen verursachen,
  • ästhetisch attraktiver (also schöner) sein oder
  • Zeit und Kosten sparen.

Der Innovationsprozess durchläuft dabei die Phasen:

  1. Bekannte Probleme der Kunden und Anwender sammeln und bewerten.
  2. Die attraktivsten davon auswählen.
  3. Kreative, neuartige Lösungsideen dafür entwickeln.
  4. Die beste Lösung- oder Innovationsidee je Problem auswählen und umsetzen.

Wie findet ein Unternehmen, das Innovationsmanagement, diese Innovationsideen, die wir gern „Problem-Chancen“ nennen? 

Mögliche Quellen sind

  • Kunden­reklamationen, eigene Erfahrungen,
  • Informationen aus Medien, sozialen Netzwerken oder
  • Feedback von Produktmanagement und Vertrieb.

Im ASIT®-Problemlösungsworkshop werden daraus Lösungsinnovationen entwickelt, und zwar mit Hilfe erfinderischer Prinzipien.

2. Innovationsstrategie: Unbekannte oder unbewusste Probleme finden und lösen

Andere Innovationsideen werden gefunden, indem das innovative Unternehmen Probleme aufdeckt und löst. Probleme, deren Lösung die Zufriedenheit dafür zahlungsbereiter Kunden erhöht. 

Ein Beispiel: Bei Computern, Tablets oder Smartphones arbeiten die Entwickler traditionell an

  • besserem Design,
  • besserer Ergonomie,
  • längerer Akkulaufzeit,
  • höherer Prozessorleistung und Ähnlichem.

Zwei auf Consumer-Ebene noch nicht wahrgenommene Problem-Chancen, welche die Tür für weitere Innovationsideen öffnen, sind:

  • Oberflächenkeime, Hygiene, Krankheitsübertragung.
  • Reparierbarkeit, Reparaturkosten. 

Wie finden Unternehmen diese Art von Innovationsideen? 

Die gängigen Methoden sind Befragungen und Beobachtungen von Anwendern, Fokus­gruppen oder (besondes bei Digitali­sierungs­themen) das Skizzieren der „customer journey“, der Kunden­er­fahrungen über die Zeit.

Dieses Vorgehen ist, bei unsicherem Erfolg, zeit- und kosten­auf­wändig. Darum wird es überwiegend für Consumer-Massen­produkte eingesetzt.

Bei dieser Strategie ist der Prozess also:

  1. Zielgruppe festlegen.
  2. Befragungen, Beobachtungen, Fokusgruppen etc. durchführen, um Probleme (nicht hinreichend befriedigte Bedürfnisse von Kunden und Anwendern) zu identifizieren.
  3. Aus Erkenntnissen Projektvorschläge für Innovationsprojekte ableiten.
  4. Projektvorschläge priorisieren, auswählen und umsetzen.
 

Eine kreative Alternative dazu ist ein Problemations-Workshop.

Der Problemations-Workshop: Innovationsideen zügig und preiswert

Im Innovationsworkshop suchen die Teilnehmer nach neuen Ideen, neuen Lösungen. 

Aus „Innovationsworkshop“ habe ich den Begriff „Problemationsworkshop“ kreiert; weil wir darin nicht direkt nach Innovationsideen forschen, sondern einen kleinen Umweg machen.

Wir suchen nämlich erst, ganz systematisch und strukturiert, nach Problemen. Problemen von Kunden und Anwendern, die der Auftraggeber und seine Konkurrenz aktuell noch nicht auf dem Radar haben. Und die, mit etwas Kreativität und Marketing, in Zukunft für Kunden und Anwender sehr wichtig sein können.

Die Innovationsidee besteht hier also nicht in einer kreativen Lösung, sondern im kreativen Finden von Problemen mit Geschäftspotential.

Das Konzept ist noch jung. Unsere Erwartungen hinsichtlich seiner Effizienz und seiner Überlegenheit gegenüber Fokusgruppen haben sich aber schon mehr als bestätigt.

Problemations-Workshops passen hervorragend in Design Thinking- und ähnliche Projekte.

Die Vorgehensweise, der Prozess, unterscheidet sich zum vorherigen Abschnitt in Punkt 2. Anstatt der dortigen aufwändigen Suche nach Problemchancen genügen ein oder zwei Workshoptage.

Der nächste Schritt: Innovationsideen priorisieren und umsetzen

Am Ende des Problemations­workshops haben wir eine Liste attraktiver, priorisierter Problem­chancen. Bei manchen ist eine Lösung gleich offen­sichtlich. Das sind die „low hanging fruit“.

Andere der Innovations­ideen, die weiter bearbeitet werden sollen, sind komplexer. Sie erfordern oft weitere Recherchen, Forschung- und Entwicklungs­programme oder Workshops zur Lösungs­findung, wie einen ASIT-Problemlösungsworkshop.

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