DAS 1×1 DER ENTSCHEIDUNGSTECHNIKEN

PMI – Plus Minus Interessant

Die PMI-Entscheidungstechnik

Diese Entscheidungstechnik wurde von Edward de Bono entwickelt und bekannt gemacht. Sie erweitert die Pro-Contra-Listen-Methode um die Kategorie „Interesting / Interessant“. „PMI“ steht also für „Plus-Minus-Interessant“. Unter „I“ fallen Aspekte der Entscheidungsalternativen, die weder positiv noch negativ sind, aber doch irgendwie wichtig erscheinen; oder Aspekte die gleichzeitig positiv und negativ sind.

Ein Beispiel für die PMI-Technik: Ihre Organisation will eine weitere Vertriebsniederlassung eröffnen. Drei Standorte stehen zur Wahl. Einer der Standorte ist eine internationale touristische Attraktion. Sie wissen nicht, ob das ein Vorteil ist, ein Nachteil oder völlig unwichtig. Sie tragen den Aspekt in die I = Interessant-Spalte ein.

Oder eine Teilnehmerin des Entscheidungteams bringt vor, dass sie unsicher ist, hinsichtlich der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal am Standort. Sie tragen die Frage in die I-Spalte ein.

Vom Grundprinzip her handelt es sich, wie bei der Pro-Contra-Liste auch, um eine der Techniken, die relevante Kategorien vorgeben. Die Teilnehmer suchen dann – einzeln oder in einer Gruppe – möglichst viele Elemente zu jeder Kategorie. Diese fundamentale Vorgehensweise hat zwei Vorteile:

  • Die Vorgabe von Kategorien reduziert den Suchraum. Die Teilnehmer benötigen weniger mentale Energie und bleiben länger leistungsfähig.
  • Sie fokussiert auf relevante Kategorien. Derzeit nicht relevante Kategorien werden ausgeblendet. Eine Überlastung mit zu vielen Informationen wird so vermieden.

Wie beim Brainstorming sollen die Teilnehmer Vorschläge nicht diskutieren oder kritisieren. Das Ziel ist eine möglichst vollständige Liste von positiven, negativen und interessanten Aspekten der Entscheidungsoption zu entwickeln.

Voraussetzungen, Grenzen und Verbesserungen PMI-Methode

Dies sind dieselben wie bei der sehr ähnlichen Pro-Contra-Liste. Sie können auch die dort erwähnten Ergänzungen und Modifikationen verwenden, um die Methode robuster zu machen.

Wann PMI statt Pro-Contra-Liste?

Wir bevorzugen PMI, wenn wir nicht unbedingt direkt zu einer Entscheidung gelangen wollen.

Zum Beispiel: wenn die Entscheider noch kein ausreichend breites und tiefes Verständnis der Alternativen haben oder wenn neue Einsichten gesucht werden.

Entscheidungstechniken kritisch betrachtet

  • Wenn Entscheidungstechniken zu miserablen Entscheidungen führen.
  • Warum wichtige und wiederkehrende Entscheidungen strategisch getroffen werden sollten.

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